die Bitcoin-Falle

Ich bezweifle nicht, dass am Anfang von Bitcoin (oder Blockchain generell) wohlmeinende Idealisten standen. Aber ich denke, man muss Unterscheiden 1. Bitcoin als Zahlungsmittel 2. Bitcoin als Spekulationsobjekt. Das Spekulationsobjekt verspottet diesen guten Charakter, den die Sache vielleicht mal hatte. Ihre Schöpfer merken dies nicht, da sie es sicher geniessen, dass ihr Konzept derart durch die Decke geht, und ankommt bei den Leuten.

Nur: Wieviele zahlen wirklich mit Bitcoin – und wieviele spekulieren nur? Und wollen irgendwann mal den Rücktausch in Franken machen.

Die Banken, die eigentlich hätten abgeschafft werden sollen, verleibten sich den Bitcoin ein. Sie bauten ihn einfach in ihr übliches Spiel ein. Problem: Wenn die Banken eines Tages das Interesse verlieren (vielleicht weil etwas noch besseres, noch moderneres kommt), dann kann Bitcoin sehr wohl zusammenkrachen trotz seiner Inflationsdeckelung. Und es gibt auch bereits etwas besseres:

Ethereum

Man kann es eigentlich gar nicht vergleichen, da Ethereum nicht nur ein Zahlungsmittel ist. Seltsamerweise kommt in den Medien auf 100 Bitcoin-Berichte gefühlt nur 1 Ethereum-Bericht. Obwohl Ethereum viel faszinierender ist, da Ethereum nicht nur ein Zahlungsmittel ist, sondern den Leuten die Moeglichkeit bietet, Vertraege zu machen, die in der Blockchain-Cloud aufbewahrt werden. Smart Contract, die an wenn-dann Bedingungen geknuepft werden koennen. z.b. Ich bin dein Vertreter und verkaufe Autos fuer dich. Wenn unser Kunde zahlt, bekomme ich vollautomatisch 10 Prozent Provision. Oder auch Homepages koennen dezentral gehostet werden auf dutzenden PCs, dadurch koennen sie nicht gehackt werden, weil jeder vom Dutzend PCs hat eine intakte Version der WEbseite. Was seltsam ist, die Lückenpresse spricht dauernd nur ueber Bitcoin und fast nie ueber Ethereum, das hundertmal faszinierender ist

Dölfi Müllers Cryptovalley

Unser cooler Stadtpräsi Dolfi Müller, den ich dafür schätze, dass er Daniele Gansers Vortrag im Burgbachsaal möglich gemacht hat, ist sehr offen für Bitcoin. Auch er spricht eher dauernd über Bitcoin in den Medien

Das ist so seltsam. Obwohl Ethereum doch in Zug ansässig ist, das macht es noch seltsamer.

Ethereum wurde von Vitalik Buterin ausgedacht, der ein Startup in Zug eröffnete. Das Genie war erst 19 als es die Idee hatte. Pech nur, Russe zu sein, denn dann schauen die Journalisten weg, selbst wenn man Wasser in Wein verwandelt. Wenn Russen irgendetwas Gutes machen, dann gelang es nur durch Doping.

Vorstufe zur Bargeldabschaffung

Prof. Harald Welzer hat in einem seiner digitalisierungskritischen Bücher bemerkt, dass es heute immer schwieriger wird, jemanden zu verstecken. Wasserverbrauch durch Dusche und Toilettenspülung, Einkauf von Gütern, alles wird gemessen. Zur Nazizeit   war das glücklicherweise noch nicht technisch derart lückenlos möglich.

Ich will nicht derart grob den Teufel an die Wand malen, aber mit einem Bargeldverbot wird es effektiv möglich sein, unliebsame Vereine auszutrocknen, indem man ihnen das Konto sperrt. Und jeder Strassenmusikant braucht Elektronik als Klingelbeutel.

Habe selber weder Bitcoin noch Ethereum und habe auch nicht vor, welche zu kaufen. Ich denke, der Staat wird es missbrauchen, um das Bargeld abzuschaffen. Wennn das Bargeld abgeschaftt ist, ist das ein Problem: Planwirtschaft wird möglich „Du hast heute schon ein Brot gekauft, du darfst keines mehr kaufen“. Oder: „Da braucht jemand ausserordentlich viel Papier. Druckt er vielleicht Flugblätter?“

Entwicklungshilfe durch Bitcoin?

Da gibt es noch das Argument, dass Bitcoin es in der dritten Welt ermöglicht, Bankdienstleistungen zu haben, wo es keine Banken gibt. Immigranten, die Geld in die Heimat schicken, nutzen soweit ich weiss Dienste wie Western Union, deren Gebühren sehr hoch seien.

In einem kompletten Drittweltland wird Bitcoin vermutlich nicht möglich sein, da es wahrscheinlich Internet braucht und natürlich Smartphones. Ich kann mir das nicht vorstellen, dass der Markthändler in Burundi das Smartphone zückt und der Kunde ebenfalls. Es wäre ja schön, wenn sowas klappt.

Doch der Staat fährt schon wieder seine Griffel aus und verschaffte sich Zutritt zu einzelnen Bitcoinbörsen, wo jeder mit mehr als 20000 USD Gegenwert rechenschaftspflichtig wurde.

Währenddessen werden Zweifler als Ewiggestrige bezeichnet. Dabei sind sie in guter Gesellschaft. Sogar der Wirtschaftsnobelpreisträger Prof. Joseph Stigliz hat Bedenken angemeldet.

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