Triumph des Willens

war der Titel eines Films von Leni Riefenstahl , welcher den Aufstieg der Nazis zur Macht verherrlichte. Da fiel mir die Ironie ein: Faschismus ist nur scheinbar eine Frage des Willens (der missbrauchte Nietzsche hatte zuvor den Willen verherrlicht, während der buddhistische angehauchte Arthur Schoppenhauer den Willen noch als Wurzel allen Übels einschätzte. Team Schopenhauer! Apropos Schopenhauer, Feministinnen werden ihn hassen, und nicht sehen, wieviel Gutes er hatte. Nur weil er ein paar Sprüche gemacht hat.)

Also: Entsteht Faschismus durch Willen? Nein, Faschismus entsteht unter bestimmten Umständen. In einem prosperierenden Land kann man keinen Faschismus durchsetzen nur durch „Willen“. Die Nazis fielen auf für sie fruchtbaren Boden, die hohe Arbeitslosigkeit kennen wir aus dem Geschichtsunterricht.

Was wir aus dem Geschichtsunterricht nicht wissen: Was für ein explosives Allgemeinklima herrschte. Praktisch jede Partei hatte ihre Schlägertruppe und es gab mehrere Westentaschen-Hitlers wie Kurt Schuschnigg, den Austrofaschismus, diese waren zum Teil verfeindet mit den Nazis, aber alle waren Faschisten, bloss in irgendwelchen Fragen uneinig. Schuschnigg wurde von der Gestapo verhaftet, kam ins KZ, wo man ihn relativ gut behandelte, um zu zeigen, wie gnädig das Regime sogar mit seinen Feinden sei.

Eine noch viel wichtigere Tatsache, die im grob vereinfachenden Geschichtsunterricht unterschlagen wird: Die Deutschen hatten eine Geburtenrate von 6 Kindern pro Frau.

Der Friedensforscher Dr.Dr. Gunnar Heinsohn stellte die Theorie auf, dass die meisten Kriege durch Geburtenüberschuss verursacht werden. Dazu später mehr, das braucht einen eigenen Beitrag.

Der Marxist Slavoj Zizek sagt ebenfalls, dass Faschismus durch Umstände entsteht:

For example, I made the simple test: When Martin Luther King, half a century ago, was fighting against racism — for the rights of the blacks — he practically never used the term ‚tolerance.‘ We use it today. Why? Because we live in what I call a post-political society: The main problems we have are perceived as cultural problems and so on, and so everything becomes a matter of tolerance.

Zizek kritisiert die „Ideology of Tolerance“. Die Linken verlieren sich in Identitätspolitik, als wäre alles übel der Welt nur die Folge eines Catcalls oder Blackfacings. Währenddessen finden KRIEGE statt, und dagegen geht keine auf die Strasse!

 

 

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